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Neue Spezialkräfte sollen Spritverbrauch mindern - April, April

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen – auch bei der Freiwilligen Feuerwehr. Aufgrund der steigenden Spritpreise mussten wir nun einen drastischen Schritt gehen: Einige unserer Kräfte werden künftig in privaten Pkw direkt zum Einsatz ausrücken. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Großfahrzeuge mit ihrem enormen Kraftstoffverbrauch bleiben erst mal stehen. Zudem fällt der Umweg über die Wache weg, die alarmierten Kameradinnen und Kameraden können direkt die Einsatzstelle anfahren.

„Bei Dieselpreisen von bis zu 2,50 Euro pro Liter müssen auch wir uns als Feuerwehr überlegen, ob das tragbar ist. Vaihingen an der Enz tut viel für seine Feuerwehr, aber irgendwo sind Grenzen gesetzt – und die sind jetzt für uns erreicht“, sagt Rafael Prellezo, Kommandant der Abteilung Stadt. „Wir haben also nach günstigen Alternativen gesucht.“

Und an einem hat es nicht gemangelt – an Vorschlägen. Relativ früh und heiß diskutiert war der Umstieg auf E-Fahrzeuge. So sollte das Hilfeleistungsfahrzeug – das meist zuerst ausrückende Fahrzeug – durch ein Elektromobil ausgetauscht werden. Schnell wurde aber klar, dass eine Beschaffungszeit von rund fünf Jahren, geringe Reichweite aufgrund noch unausgereifter Akkus und fehlender Ladebuchsen im Gerätehaus gegen diesen Schritt sprachen. Eine Umrüstung auf E10-Motoren kam aufgrund nicht kompatibler Kompressionsmodule nicht in Frage. Und eine Aufteilung der städtischen Einsätze auf die Nachbarwehren war schlichtweg unmöglich – schließlich muss trotz hoher Spritpreise die Einsatzbereitschaft gewährleistet bleiben.

„Der zündende Gedanke kam schließlich aus der Mannschaft selbst“, berichtet Prellezo. Ein Kamerad habe ihn gefragt, ob nicht eigene Autos eingesetzt werden könnten – schließlich gebe es ja auch viele Berufstätige, die ihre privaten Pkw für dienstliche Zwecke nutzen. Was anfangs recht abwegig klang, reifte aber langsam zu einer fixen Idee. Die Frage „Wie soll das gehen?“ wurde zu „Warum eigentlich nicht?“ Nach nur wenigen Tagen lag das Konzept „Unabhängige Löscheinheit klein“ (kurz: ULK) auf dem Tisch des Feuerwehrchefs: Vier Kameradinnen und Kameraden rüsteten ihre Pkw mit Materialien aus dem Feuerwehralltag aus. Persönliche Schutzausrüstung, Schläuche, Hohlstrahlrohr, Atemschutzgerät, Werkzeug und Pylonen wurden in Kofferräume verpackt, neue Alarmschleifen auf Meldeempfänger programmiert. „Die ULKs können nun alleine und unabhängig von den Großfahrzeugen agieren“, erklärt Prellezo. „Bei kleineren Einsätzen wie Türöffnungen und kleineren Bränden rücken sie direkt aus, ohne den Umweg über unser Gerätehaus. So sparen wir Zeit – von den Spritkosten, die sonst die Großfahrzeuge verbrauchen, ganz zu schweigen.“ Und wenn es die ULKs mal nicht alleine schaffen würden, stehe ja immer noch der restliche Fuhrpark bereit.

Die ersten Einsätze haben die ULKs bereits erfolgreich abgearbeitet. Zwar ist die Kostenersparnis noch nicht klar, Abteilungskommandant Prellezo rechnet aber mit „einem sehr hohen Betrag“. Für ihn und die Vaihinger Wehr ist das Konzept ein voller Erfolg – und soll noch ausgeweitet werden. Mindestens vier weitere Einheiten sind in der Planung, zudem wurden schon Angebote für spezielle Hilfeleistungs-Pedelecs eingeholt.

Nur ein Problem blieb für die ULKs lange eine harte Nuss: Da die privaten Pkw keine offiziellen Einsatzfahrzeuge sind, dürfen sie auch nicht mit Blaulicht und Martinshorn ausgestattet werden. Aber auch hier zeigte sich wieder, dass Feuerwehrarbeit Improvisation ist: Derzeit werden CDs mit vierstündigen Aufnahmen von Martinshornfahrten aufgenommen. Diese sollen dann, bei laut aufgedrehten Lautsprechern und offenen Fenstern, den Verkehr vor den herannahenden ULKs warnen.

Anmerkung zum Schluss: Natürlich ist das ULK-Konzept, das was es sagt - ein Scherz. Daher sagen wir "April, April" und freuen uns, wenn wir allen Leserinnen und Leser einen kleinen Spaß bereiten konnten. Wir versprechen, dass im Ernstfall auch künftig alle privaten Pkw hinter unserem Gerätehaus stehen bleiben und wir mit den roten, vollbepackten Großfahrzeugen anrücken, um für euch und eure Sicherheit zu sorgen - 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.

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